Erhöhung Wassertarif per 1.1.2021

Energie Wasser Oberburg (EWO) betreibt als Gemeindebetrieb das Trinkwassernetz im Siedlungsgebiet von Oberburg und versorgt mit mehr als 23 km Leitungen über 600 Liegenschaften. Zudem stellt sie mit 160 Hydranten den Löschschutz im Versorgungsgebiet sicher. EWO konnte nach zähen Verhandlungen mit dem Kanton die Konzession für das Grundwasserpumpwerk bis Ende 2025 verlängern, obwohl die Schutzzone nicht mehr der Bundesgesetzgebung entspricht. Ab dem Jahr 2026 muss ein grosser Teil des Trinkwassers von einem Wasserverbund eingekauft werden, was zu Mehrkosten führen wird.Zudem müssen die Rückstellungen für den Werterhalt der Infrastrukturen massiv erhöht werden. Diese zusätzlichen Kosten müssen gemäss kantonalen Vorgaben vollständig durch Grund- und Verbrauchsgebühren gedeckt werden. EWO wird daher ab 1.1.2021 die Gebühren erhöhen müssen.

Grundwasserpumpwerk Tschamerie darf nur noch 5 Jahre betrieben werden

Das Pumpwerk in der Tschamerie erfüllt seit mehreren Jahren die bundesgesetzlichen Anforderungen an die Schutzzonen nicht mehr, da sich mehrere Gebäude sehr nahe beim Pumpwerk befinden. Trotz der Sanierung von Abwasserleitungen, dem einwandfreien Zustand des Pumpwerkes und intensiven Verhandlungen, durfte der Kanton die Pumpkonzession nur noch befristet bis Ende 2025 verlängern. Spätestens ab 1.1. 2026 wird EWO den grössten Teil des Trinkwassers von einem regionalen Wasserverbund einkaufen müssen, was deutliche Mehrkosten verursachen wird. Erste Gespräche mit Emmental Trinkwasser und Wasserverband Region Bern wurden bereits gestartet. Ein Verbund mit benachbarten Wasserversorgungen hat den Vorteil, dass in Notlagen, bei einer lokalen Verschmutzung oder in sehr trockenen Sommern die Versorgungsicherheit sichergestellt werden kann.Als ersten Schritt zur Verbesserung der Versorgungssicherheit wurde Anfang 2020 eine automatisierte Netzverbindung mit der Localnet Burgdorf in Betrieb genommen, welche als Notversorgung (z.B. bei grossen Brandereignissen) dient.

Teure Erneuerung des Leitungsnetzes

Unterhalt, Erneuerung und punktueller Ausbau der Wasserversorgungsinfrastruktur ist aufwändig.Das Wassernetz ist grossen Belastungen unterworfen und gewisse Gussleitungen weisen Alterungs- und Korrosionsschäden auf und müssen saniert werden. Im letzten Winter und Frühling sind Ihnen sicher die vielen Baustellen zur Reparatur von Leckagen und Rohrbrüchen aufgefallen, welche im Rahmen einer Leckortung gefunden wurden. Diese Arbeiten sind kostspielig und müssen von der Wasserversorgung selbst finanziert werden, denn die Beiträge aus dem Kantonalen Wasserfonds wurden an deutlich strengere Bedingungen geknüpft und fliessen nur noch spärlich. Die Wasserversorgung ist eine kommunale Spezialfinanzierung, welche vollständig durch die Verbraucher über Gebühren finanziert werden muss und nicht quersubventioniert werden darf.Zudem gibt es gesetzliche Vorgaben für die Schaffung von Reserven von mindestens 25% des Wiederbeschaffungswertes, damit zukünftige Erneuerungen finanziert werden können.Diese Reserven müssen gemäss kantonalen Vorgaben über die nächsten Jahre von heute rund 1,1 Mio. CHF auf rund 5 Mio. CHF aufgestockt werden.

Gemäss kantonalen Vorgaben müssen die Unterhalts- und Erneuerungskosten der Infrastruktur vollständig durch Grundgebühren gedeckt werden und sollten mindestens 50% der Gesamtgebühren ausmachen.Bei der Wasserversorgung Oberburg lag der Anteil der Grundgebühren bisher jedoch nur bei 20%. Damit haben alle Wasserbezüger in den letzten 15 Jahren von sehr tiefen Grundgebühren profitiert. In Nachbargemeinden sind die Grundgebühren für Einfamilienhäuser mindestens 1,5 und für Grossverbraucher bis zu 10 Mal höher als in Oberburg! Die bisherige Tarifstruktur hat dazu geführt, dass die Wasserversorgung Oberburg seit Jahren zu wenig Rückstellungen für die Erneuerung machen konnte und von der Substanz gelebt hat!

Erhöhung der Wassertarife notwendig

Um die Finanzierung der Wasserversorgung in Oberburg auch in Zukunft sicherzustellen sind wir gezwungen, die Gebühren zu erhöhen. In Abstimmung mit Gemeinderat und Kanton suchten Betriebsrat und Geschäftsleitung von EWO nach einer ausgewogenen Lösung. Ab 1.1.2021 wird die Grundgebühr neu per Monat zu folgenden Tarifen erhoben:

Zähler-Dimension

in mm

In Zoll

Grundgebühr ab 1.1.2021
pro Monat

Bisherige Grundgebühr

pro Jahr

20

3/4"

CHF15

CHF80

25

1"

CHF25

CHF112

32

1 1/4 "

CHF 40

CHF192

40

1 1/2"

CHF60

CHF320

50

2"

CHF95

CHF480

Die Verbrauchsgebühren bleiben wie bisher bei CHF 1,60 pro m3 Trinkwasser.

Mit diesen neuen Wassertarifen ist das Oberburger Wasser nicht mehr das günstigste in der Region, jedoch sicher immer noch seinen Preis wert!

Abgängig von der zukünftigen Entwicklung des Wasserverbrauchs, den Vertragsverhandlungen mit den zukünftigen regionalen Wasserlieferanten und dem Sanierungsbedarf bei der Infrastruktur sind weitere Tariferhöhungen sowohl bei Anschluss-, Grund- und Verbrauchsgebühren nicht auszuschliessen.

Im Rahmen der Überprüfung der Infrastrukturen und Tarife wurden auch die aus dem Jahr 2005 stammenden «Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Wasseranschlüsse und die Lieferung von Wasser» überprüft und punktuell aktualisiert. Diese sind auf der EWO-Webseite https://www.ew-o.ch/preise.html abrufbar.

Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis und stehen für Rückfragen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüssen

Geschäftsleitung und Betriebsrat EWO